Wenn Bewegung zum Stress wird
Beatrice Rümmeli
Regelmässige Bewegung oder Sport ist heute wichtiger denn je. Zahlreiche Menschen gehen einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nach und verbringen täglich bis zu acht Stunden oder mehr auf einem Stuhl. Nach einem mental fordernden Arbeitstag folgt häufig ein ebenso bewegungsarmer Feierabend auf dem Sofa. Die Folgen reichen weit über den Bewegungsapparat hinaus. Neben Muskulatur und Herz-Kreislauf-System werden auch metabolische Regulationsprozesse, die mitochondriale Energieproduktion sowie die vegetative Regulation nur unzureichend stimuliert. Erst körperliche Aktivität setzt zahlreiche physiologische Adaptationsmechanismen in Gang. Doch wie viel Bewegung braucht der Mensch eigentlich? Braucht jeder Mensch gleich viel Bewegung? Nicht unbedingt. Denn Sport stellt nicht nur einen gesundheitsfördernden Reiz dar, sondern ist gleichzeitig auch ein physiologischer Stressor. Ob dieser zu einer positiven Adaptation führt oder den Organismus zusätzlich belastet, hängt wesentlich von der Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems, der Katecholamin- und Cortisolantwort, der mitochondrialen Leistungsfähigkeit, dem Vitalstoffstatus sowie der Darm-Hirn-Achse ab. Warum exzessives Training insbesondere bei bereits bestehender Erschöpfung oder chronischer Stressbelastung kontraproduktiv sein kann, beleuchtet dieser Bericht.
| Seiten | 5 |
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| Autor | Beatrice Rümmeli |


