Wenn im Sport der Darm streikt
Dr. rer. nat. Jens Freese
Der Gastrointestinaltrakt von Leistungssportlern ist ein hochkomplexes, sensibles Ökosystem, das an der Schnittstelle zwischen maximaler Energiebereitstellung, Immunabwehr und neuroendokriner Regulation agiert. Wie bereits in dem grundlegenden Artikel „Gastrointestinale Störungen im Leistungssport“ [Sonderheft Sportmedizin, Freese & Proschinger, 2018] dargelegt wurde, stellen physischer und psychischer Stress erhebliche Risikofaktoren für die Integrität der intestinalen Barriere dar. Wenn Athleten über gastrointestinale Beschwerden klagen, handelt es sich in der sportmedizinischen Praxis selten um ein isoliertes mechanisches oder rein diätetisches Problem. Vielmehr sind diese Symptome oft das Ende einer Kaskade, die durch multidimensionale Stressoren – wie extrem hohes Trainingsvolumen, chronische psychische Belastung und persistierende Schlafdefizite – ausgelöst wird.
| Seiten | 7 |
|---|---|
| Autor | Dr. rer. nat. Jens Freese |


