Vitamin D im Sport: Bedeutung für Leistungsfähigkeit, Muskel- und Knochengesundheit
Prof. Dr. Berthold Hocher
Vitamin D ist für Sportlerinnen und Sportler von besonderer Bedeutung, da es neben seiner klassischen Rolle im Calcium- und Knochenstoffwechsel auch mit Muskelfunktion, Regeneration, Immunantwort und Verletzungsanfälligkeit in Verbindung steht. Ein unzureichender Vitamin-D-Status ist sowohl bei Leistungs- als auch bei Breitensportlern häufig, insbesondere bei Indoor-Sportarten, Training in nördlichen Breitengraden, reduzierter Sonnenexposition, dunkler Hautpigmentierung, konsequentem Sonnenschutz und in den Wintermonaten.
Die Evidenz spricht am stärksten für eine Relevanz von Vitamin D bei Knochengesundheit, Stressfrakturprävention, Muskelgesundheit und Defizitkorrektur; Effekte auf direkte Leistungsparameter sind plausibel, aber in Interventionsstudien heterogen. Die klassische Labordiagnostik beruht meist auf Gesamt-25-Hydroxyvitamin D [25(OH)D]. Dieser Parameter bleibt unverzichtbar, erfasst jedoch nicht immer die funktionelle Vitamin-D-Wirkung im Calcium-Phosphat-Knochen-Nieren-System. Für ein individuelles Monitoring sind zusätzliche Marker sinnvoll. Parathormon (PTH) reagiert empfindlich auf eine funktionelle Vitamin-D- und Calcium-Unterversorgung und kann helfen, eine unzureichende biologische Wirkung trotz scheinbar akzeptablem 25(OH)D zu erkennen.
Umgekehrt können supprimiertes PTH, steigendes Calcium, verändertes Phosphat oder Hyperkalziurie Hinweise auf eine zu hohe Supplementierung geben. Fibroblast Growth Factor 23 (FGF23) ergänzt diese Perspektive, da es als osteozytäres Hormon Phosphathaushalt, renale Vitamin-D-Aktivierung und die Knochen-Nieren-Achse reguliert. FGF23 kann daher besonders bei hoher Vitamin-D-Zufuhr, auffälligem Phosphatstoffwechsel, Nierenbelastung, intensiver Ausdauerbelastung oder Stressfrakturrisiko zusätzliche Sicherheit bieten.
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| Autor | Prof. Dr. Berthold Hocher |


