Urolithin – Postbiotikum und Schlüsselmetabolit für Immunsystem, Mitochondrien und Longevity
Dipl.-Biol. Wolfgang Mayer
Urolithine sind Dibenzopyranon-Derivate, die im menschlichen Organismus nicht in relevanter Menge direkt aus der Nahrung aufgenommen werden können. Ausgangspunkt sind Ellagitannine und Ellagsäure aus polyphenolreichen Lebensmitteln wie Granatapfel, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Walnüssen oder Pekannüssen. Die relativ schlecht resorbierbaren Vorstufen erreichen den Dickdarm und werden dort durch ein kooperatives Netzwerk anaerober Darmbakterien schrittweise decarboxyliert und dehydroxyliert. Dadurch entstehen verschiedene Urolithine, insbesondere Urolithin A, Urolithin B und Isourolithin A.
Biologisch primär relevant ist Urolithin A. Nach intestinaler Resorption wird das Aglykon in Darmwand und Leber rasch konjugiert; im Plasma und Urin dominieren deshalb UA-Glucuronide und UA-Sulfate. Damit ist UA ein klassisches Beispiel für ein Postbiotikum: Die physiologisch wirksame Exposition entsteht aus dem Zusammenspiel von Nahrungsinhaltsstoff, Mikrobiomfunktion und Wirtsmetabolismus – nicht allein aus der aufgenommenen Menge an Ellagitanninen.
| Seiten | 7 |
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| Autor | Dipl.-Biol. Wolfgang Mayer |


