Trainingsinduzierte Störungen der intestinalen Barriere (EIGS) – Pathophysiologie, Diagnostik und leistungsmedizinische Implikationen
PhDr. Simone Kumhofer, MMSc
Die intestinale Barriere ist ein dynamisches, mehrschichtiges System, das Nährstoffaufnahme ermöglicht und gleichzeitig mikrobiell toxische Belastungen vom Organismus fernhält. Im Leistungssport kumulieren mehrere Stressoren – splanchnische Hypoperfusion mit Ischämie, Reperfusion, Hyperthermie, Dehydration, osmotische Last, pharmakologische Einflüsse und psychophysischer Stress – zu einer vorübergehenden oder persistierenden Dysfunktion der Barriere. Dieses Phänomen lässt sich fachlich am präzisesten im Rahmen des exercise induced gastrointestinal syndrome (EIGS) beschreiben. Der populäre Begriff „Leaky Gut“ wird hier sorgfältig und synonym zu „erhöhter intestinaler Permeabilität“ verwendet, ohne pathologisierende Überdehnung. Die Folge können Translokation mikrobieller Produkte (z. B. Lipopolysaccharide (LPS)), systemische Entzündung, gastrointestinale und extraintestinale Symptome sowie Beeinträchtigungen von Regeneration und Leistung sein. Zyklusabhängige Hormonfluktuationen und mikrobiomvermittelte Effekte (Microgenderome) fungieren bei weiblichen Athleten als zusätzliche Modulatoren. Der Beitrag bündelt Anatomie, Physiologie, Pathomechanismen, Diagnostik, Interventionen und geschlechtsspezifische Aspekte.
| Seiten | 11 |
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| Autor | PhDr. Simone Kumhofer, MMSc |


