Regeneration statt Verschleiß

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Dr. med. Dirk Wiechert

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Leistungssteigerung entsteht durch Training. Sie setzt jedoch ein kontrolliertes Vorgehen voraus, damit sich die strukturellen und metabolischen Folgen der Belastung in einem physiologisch sinnvollen Rahmen bewegen. Die beim Training entstehenden kleinen Schäden an Muskelfasern, Sehnen, Bändern, Knorpel und Knochen sind grundsätzlich Teil des Anpassungsprozesses. Entscheidend ist jedoch, dass dem Organismus ausreichend Zeit und die notwendigen Voraussetzungen für die Regeneration zur Verfügung stehen. Dabei reagieren die verschiedenen Gewebe sehr unterschiedlich. Muskeln passen sich vergleichsweise schnell an. Sehnen und Bänder benötigen deutlich mehr Zeit, während der Gelenkknorpel aufgrund seiner besonderen Struktur nur eine eingeschränkte Regenerationsfähigkeit besitzt. Ein vollständiger Anpassungszyklus des Knorpelstoffwechsels kann mehrere Monate dauern. Ein relevanter Trainingsfehler mit nachfolgender Knorpelschädigung kann daher bedeuten, dass eine laufende Saison faktisch beendet ist – zumindest dann, wenn nicht auf Kosten der langfristigen Gelenkgesundheit weitertrainiert werden soll. Mitochondrial betrachtet kann die Kondition schneller wachsen als die Belastbarkeit des Bewegungsapparates. Herz-Kreislauf-System und Muskulatur vermitteln dann bereits das Gefühl einer verbesserten Leistungsfähigkeit, während Sehnen, Bänder, Knorpel und Knochen strukturell noch nicht ausreichend angepasst sind. Genau in dieser Diskrepanz liegt eine häufig unterschätzte Verletzungsgefahr. 

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Autor Dr. med. Dirk Wiechert