Probiotika – Unverzichtbar für unsere Gesundheit
Anne van Aken
Das Mikrobiom des Menschen
Die menschliche Gesundheit wird nicht nur von unseren Organen und Zellen bestimmt, sondern sie steht auch in engem Zusammenhang mit den Mikroorganismen, die in und auf unserem Körper leben. Der Mensch hat sich zusammen mit diesen Mikroben entwickelt, und die gegenseitige Verflechtung ist so stark, dass man manchmal von einem Holobionten spricht [1]. Eine Gemeinschaft von Mikroorganismen wird in ihrer Gesamtheit als Mikrobiota bezeichnet und umfasst Bakterien, Pilze, Hefen, Protisten und andere Mikroorganismen [2]. Darüber hinaus wird der Begriff Mikrobiom verwendet, der die Mikrobiota und das sogenannte „theatre of activity“ (Aktionsfeld) umfasst, in dem sie sich befindet, einschließlich der mikrobiellen Stoffwechselprodukte, Gene, Lipide, Proteine und der Umgebung [2]. Der Mensch hat mehrere Mikrobiome: auf der Haut, im Mund, in der Lunge und im Darm, wobei Letzteres das mit Abstand bekannteste und am besten erforschte menschliche Mikrobiom ist [3]. Dass das Darmmikrobiom eine so große Rolle für die menschliche Gesundheit spielt, ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ein Mensch etwa 1,3-mal so viele Bakterienzellen wie menschliche Zellen mit sich trägt, von denen sich die meisten im (Dick-)Darm befinden [3]. Insgesamt besitzen diese Bakterien zig Millionen verschiedener Gene, etwa tausendmal mehr als die Anzahl der menschlichen Gene [4]. Nach jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung ist klar, dass ein gestörtes Mikrobiom, auch Dysbiose genannt, mit einer Vielzahl von Krankheiten assoziiert ist, so z. B. mit entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), dem Reizdarmsyndrom, (rezidivierenden) Infektionen mit Clostridioides difficile (früher Clostridium difficile), Darmkrebs, Allergien/Atopie, Zöliakie, Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit, Depressionen, Autismus, neurodegenerativen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder rheumatoide Arthritis [5, 6, 7]. Kurz gesagt, ein gestörtes Mikrobiom kann bei vielen Krankheiten eine Rolle spielen und es lohnt sich daher, es zu verbessern. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist die Einnahme von Probiotika.
| Seiten | 7 |
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| Autor | Anne van Aken |


