HPU/KPU: Pathophysiologie, Hämsynthese und ernährungsmedizinische Einordnung
Konrad Friese, MSc.
Die Hypothesen der Hämopyrrollaktamurie und Kryptopyrrolurie beschreiben eine vermehrte Aus scheidung pyrrolreaktiver Metabolite im Urin und leiten daraus funktionelle Defizite insbesondere an Vitamin B6 und Zink ab. Die wissenschaftliche Evidenz für HPU/KPU als eigenständige Krank heitsentität bleibt jedoch begrenzt, die chemische Identität des gemessenen Markers, die Spezifität der Analytik und die klinische Validität der daraus abgeleiteten Konzepte nicht überzeugend gesi chert sind [Warren et al., 2021; Sherwin & Shaw, 2024]. Der Beitrag ordnet die Hypothese entlang der biologischen Ebenen von Hämsynthese, mito chondrialem Stoffwechsel, Eisenhomöostase, Makrophagenrecycling und Darm-Mikrobiom ein. Im Zentrum der direkten Hämbiosynthese stehen Glycin, Succinyl-CoA, Pyridoxal-5-phosphat und Eisen [Phillips, 2019; Stojanovski et al., 2019]. Insgesamt spricht die aktuelle Datenlage eher für ein unschar fes Netzwerk aus Hämstoffwechsel, Mitochond rienfunktion, Eisenhomöostase und Immunmeta bolismus als für eine klar definierte, eigenständige HPU/KPU-Pathophysiologie.
| Seiten | 5 |
|---|---|
| Autor | Konrad Friese, MSc. |


