Das Pica-Syndrom – Rudiment von unseren Vettern?
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2014-148 S 16-18
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In Sachen Ernährung und Essverhalten spielt neben den rein nutritiven Aspekten das sozio- kulturelle Umfeld eine tragende Rolle. Schon das sogenannte Arbeitsessen, in den westlichen Industrienationen weit verbreitet, ist im Grunde ein Widerspruch in sich – es ist eher eine Unart des Essens, wobei der eigentliche Sinn der Nahrungsaufnahme zur Nebensache degradiert wird.
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In Sachen Ernährung und Essverhalten spielt neben den rein nutritiven Aspekten das sozio- kulturelle Umfeld eine tragende Rolle. Schon das sogenannte Arbeitsessen, in den westlichen Industrienationen weit verbreitet, ist im Grunde ein Widerspruch in sich – es ist eher eine Unart des Essens, wobei der eigentliche Sinn der Nahrungsaufnahme zur Nebensache degradiert wird. Für die Erfindung des Slow-Food als erklärtem Kontrapunkt zum verpönten Fast-Food war die Zeit längst reif. Aber wie wär ́s mit schmackhaften Heuschrecken, Schnecken oder Froschschenkeln? Alles Ansichtssache, was ein Mensch unter seinen kulturellen Vorgaben als Nahrungsmittel akzeptiert. Für den einen ist es eine Delikatesse, für den anderen ein abnormes Essverhalten. Dieses gipfelt im sogenannten Pica-Syndrom. Benannt ist die psychologische Verhaltensabnormität nach der Elster („pica-pica“) aus dem lateinischen Sprachgebrauch, weil die sprichwörtlich „diebische Elster“ sich gerne auch viel Schmuck und Tand unter den Nagel reisst.
| Autor | Aichinger, Ortrud |
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